Das war Israel
Unsere diesjährige Gemeindereise führte uns ins heilige Land - von Jerusalem über Bethlehem, Yad Vashem, Wüste, Totes Meer, Galiläa, See Genezareth, Nazareth, Golan bis nach Akko. Eine tolle Reise mit vielen Eindrücken, die sich uns teilweise tief eingeprägt haben.
Gruppe wird Gemeinschaft
Diese Reise hat uns 34 TeilnehmerInnen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Konfession und Gemeindezugehörigkeit einiges abverlangt:
Zunächst einmal die Bereitschaft, in einer Gruppe unterwegs zu sein - das sagt sich leicht, aber im Gewühl in der Geburtskirche oder angesichts der einladenden Händler in den Bazaren kann man sich rasch verlieren, wenn man sich nicht füreinander verantwortlich fühlt. Wir haben nie jemanden verloren, und das spricht einfach für diese Gruppe.

Man benötigte darüber hinaus auch die Bereitschaft, in diesem krisengeschüttelten Land himmelschreiende Zustände wahrzunehmen und auszuhalten. Ich habe vom Bau der Mauer vorher wohl im Fernsehen gehört und gesehen, aber dieses Bauwerk - Ausdruck der großen Angst in diesem Land - selber zu sehen, die Checkpoints zu passieren und dabei von bewaffneten Soldaten im Bus skeptisch beäugt zu werden - das war für mich schon das negative Highlight.
Geniale Reiseleitung
Unserem Reiseleiter Prof. Dr. Andreas Vonach ist es zu verdanken, dass wir unter all dem, was Menschen in den letzten 2000 Jahren an den Heiligen Stätten gebaut haben, das ursprüngliche Israel und das Israel Jesu entdecken konnten. Mit schier grenzenlosem Wissen und bestens dosierten Informationen hat Andreas uns behutsam und geduldig immer wieder mit Fakten (teilweise auch sehr widersprüchlichen Sichtweisen!) gefüttert.

Mir persönlich tut es leid, dass ich mir nicht alles merken konnte, aber die Komplexität der Geschichte Israels und auch der heiligen Stätten in diesem Land war mir in dieser Dimension vorher nicht bewusst.
Highlights
Herausragender Ort in dieser Hinsicht: die Grabeskirche. Sechs unterschiedliche christliche (!) Kirchen teilen sich das Gotteshaus, das eher ein labyrinthisches Konglomerat von heiligen Stätten als eine Kirche ist. Für mich stärkster Ort in diesem Labyrinth war der Salbungsstein, der im Eingangsbereich von orthodoxen Christen besonders verehrt wird, indem mit einem Tuch etwas von dem Öl aufgenommen und mit nach Hause genommen wird.
Schließlich brauchten wir auch die Bereitschaft, uns emotional belastenden Situationen zu stellen. Der Besuch der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem war nicht nur für mich sehr bewegend. Das Leid, das diesem Volk widerfahren ist, so darzustellen, zeugt von einer großen vergebenden Haltung, die mir die Tränen aufstiegen ließ.
Am See Genezareth konnten wir uns dann von den Eindrücken in Jerusalem und der judäischen Wüste erholen. Galiläa ist grün und fruchtbar, weil das kostbare Wasser des Jordan da ist, und der See lädt zum Schwimmen ein. Highlight am See war für mich jedenfalls der Gottesdienst mit Abendmahl direkt am Ufer in Tabgha, bei der Brotvermehrungskirche. Wenn ich vom Berg der Seligpreisungen erzähle, dann nur, dass mich der Blick über das Land fasziniert hat. Die Hügel von Galiläa, der See Genezareth - das hat vor 2000 Jahren ziemlich ähnlich ausgeschaut. Dort waren die Spuren Jesu für mich viel deutlicher zu spüren als an manch anderer heiliger Stätte. Es gäbe noch so viel zu erzählen …
Dass die Reise hervorragend geplant, durchgeführt und geleitet wurde, muss hier auch noch einmal erwähnt werden. Wir können uns glücklich schätzen, ein derart kompetentes und liebenswertes Führungstrio gehabt zu haben. Danke an Prof. Dr. Andreas Vonach, Martin Lauermann und Pfr. Christian Brost.
Irmi Lenius
Rückmeldungen von ReiseteilnehmerInnen
Ich wollte…
- seit meiner Kindheit nach Israel, es war immer mein Traumland
- eine Woche ganz für mich erleben, alles auf mich einwirken lassen
- das Land, die Gegend, den Ort sehen, wo Jesus gelebt und gewirkt hat und für uns gestorben ist
Ich hoffte…
- dass mich die Reise berühren und verändern würde
- mich als Christin wieder wahrnehmen zu können
- den Weg Jesu kennen zu lernen
- den Ursprung des Christentums in Ruhe kennen zu lernen
Ich wurde überrascht…
- eine Beziehung zur Klagemauer als Ort des Gebets zu finden
- dass die Gemeinschaft in der Gruppe mich so bewegt
- vom Gefühl der Sicherheit in dem Land, das als unsicher gilt
- vom Glauben
- von den Kontrasten, die hier aufeinander prallen, zwischen Holocaust und Golan, Totem Meer und See Genezareth, Esel, Kamelen und Atomkraftwerk
- von der Menge der Sehenswürdigkeiten, vom Essen und liebevoll ausgewählten Hotels und den ausgesprochen lieben Menschen
- vom Spaß im Hiskiatunnel
- von Durchfall
- vom Rummel, Kitsch, die den heiligen Stätten in und um Jerusalem ihre Heiligkeit nehmen
- von der Aggressivität der ultraorthodoxen Juden
- von der Präsenz der Orthodoxen Kirchen
- von der schier ausweglos erscheinenden Zerrissenheit des Landes
- dass Gruppenreisen so nett, lustig, anregend, freundschaftsstiftend sein können
- dass es Menschen gibt, die nicht nur alles über Israel wissen, sonder das auch wunderbar vermitteln können
- ich bin im Garten Gethsemane und am See Genezareth Jesus begegnet
Ich werde…
- ein lebenslanger Fan von Andreas Vonach bleiben
- das Neue Testament mit anderen Augen lesen
- versuchen, mein Leben christlicher einzurichten
- den Wert von Wasser noch mehr schätzen als bisher
- voll Dankbarkeit an die Reise denken
- anders leben: ich glaube wieder an das Gute im Menschen, mein christlicher Glaube hat sich verfestigt, kurzum: ich habe wieder zu mir selbst gefunden
- wiederkommen, um das Land zu Fuß intensiver wahrzunehmen
- globaler denken: Jesus gehört mir und meiner Kirche nicht allein - Frieden sollte im Kleinen beginnen
- politische Aussagen anders betrachten
- zur Wiederholungstäterin - sowohl was eine Reise mit dieser Gruppe, als auch das Land Israel betrifft.
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